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Paul Georg von Möllendorff (1847-1901) studierte in Halle Rechtswissenschaften, Orientalistik und Philologie und beendete sein Studium 1869 ohne Abschluss zugunsten einer Anstellung beim Seezolldienst in Shanghai. Die Tätigkeit als Zollbeamter beendete er 1874 und trat in den deutschen konsularischen Dienst als Dolmetscher ein. 1882 verließ er diesen Posten wieder und wurde von dem damals bedeutendsten Staatsmann Chinas, dem Provinzgouverneur und Großkanzler Li Honszhang, mit dem Aufbau der Diplomatie und Zollverwaltung mit Korea betraut. Möllendorff, der in chinesischen und koreanischen Regierungskreisen hohes Ansehen genoss, war der erste westliche Ausländer, der den koreanischen König Gojong begegnete und zu dessen Vize-Außenminister und Berater wurde. Nicht wenige nannten Möllendorff den eigentlichen Herrscher von Korea. Im Jahre 1885 wurde Möllendorff jedoch auf Druck des koreanischen Kabinetts und der Großmächte Japan, China, Großbritannien und USA seiner Ämter enthoben - er hatte eigenmächtig Verhandlungen mit Russland geführt, um Korea vom chinesischen Einfluss zu lösen. Möllendorf starb unter ungeklärten Umständen 1901 in Ningbo (China).